Montag, 20. Juni 2016

Der (vorläufig) letzte Tag auf dem Rad

20. Juni ■ Guebwiller - Freiburg  (70 km)

Vogesen
Beim Radtourenfahren erlebten wir Tage, an denen wir uns fragten; v.a. Andi, warum machen wir das und Tage, an denen wir schließlich eine Antwort erhielten. Heute war bspw. ein Tag der zweiten Kategorie. Alles passte - die Strecke, das Wetter und auch die Stimmung oder war das die Folge?
Jedenfalls war es ein idealer Abschluss der Tour.

200 Meter nach dem Start meldete sich wieder Sandras Hinterreifen. Heute waren wir zu faul zum flicken und pumpten ihn auf. Es hielt die ersten 55 km recht gut; die letzten Kilometer musste nochmal gepumpt werden - zum Glück ist es ein Autoventil.

Die Hauptfahrtrichtung war heute Osten - wir durchquerten die oberrheinische Tiefebene zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald. In Frankreich fanden wir verkehrsarme und fast kurvenlose Straßen. Andi fühlte sich fast wie in Finnland und war hochzufrieden. Vielleicht fahren wir nächsten Jahr wieder nach Skandinavien? Der Wunsch hierzu ist jedenfalls groß ;).
Kurz vor der Grenze besuchten wir zum Abschluss noch einmal eine Pâtisserie... Mmh, lecker.

Abschied vom Land der Genießer
Dort trafen wir einen total entspannten Tourer aus Australien, der noch bis September durch Europa fahren möchte. Genaue Pläne hatte er keine, aber irgendwie über die Berge von Österreich in die Slowakei. Locker flockig ... andere Tourer grüßten diesmal kaum und suchten eben mal keinen Kontakt.

Für ca. 10 km folgten wir dem Hochwasser führenden Rhein nach Norden. Der Fluss ist hier zweigeteilt - der schmale alte Rhein, der die Staatsgrenze bildet und der breitere und kanalisierte Teil mit Wasserkraftwerken auf französischem Gebiet.

Der alte Rhein
Auf hervorragenden Radwegen fuhren wir schließlich in's wunderschöne Freiburg im Breisgau.

Schönes Deutschland
Der weitere Plan war noch nicht ausgegoren; wir wussten nur: am 24./ 25.6. wollen wir zu Hause sein. Vielleicht über Prag oder an einem anderen Flussradweg die letzten 2 Tage verbringen. Sandra gab Andi für die endgültige Entscheidung anhand der DB- Verbindungen grünes Licht. Da wieder regnerisches Wetter und danach die Hitze kommt, beschloss Andi am Fahrkartenschalter spontan, das Ticket nach Chemnitz zu buchen. Sich mit diesem abrupten Ende anzufreunden; dafür brauchte Sandra eine Weile. Denn so war es nicht abgesprochen. Andererseits wie sagt das Sprichwort: Höre auf, wenn es am schönsten ist. Und für Andi ist es auch gut, wenn er noch 1-2 Tage Zeit bis zum Sprung in sein Büro hat.

Der Abend klang gemütlich in einer schönen Gaststätte am Waldsee aus. Die sehr freundliche "Kellnerin" war eine junge Frau, die aus Erfurt stammt und hier in Freiburg studiert.

Die ersten Regentropfen fielen als wir gerade unsere Zeltbetten belegten. Wie romantisch.