Dienstag, 31. Mai 2016

Hüttentag bei Regen

31. Mai ■ Chanaz (16 km)

Chanaz
Ölmühle
Keine Einwohner, sondern
 Touristen
Am heutigen Pausentag schliefen wir aus, denn das Wetter lud nicht wirklich zum Aufstehen ein. So blieben wir bis 9 einfach liegen. Nach einem gemütlichen Frühstück nutzten wir den WiFi-Hotspot. Sandi, um zu lesen, etwas Französisch zu verinnerlichen und paar Geocaches für den Tag zu laden und Andi schaute nach der weiteren Route.

Zwischenzeitlich war es nach Mittag und wir entschlossen uns trotz Ekelwetter in dem nahegelegenen, historischen Städtchen Chanaz ein Ründchen mit dem Fahrrad zu drehen. Es liegt da, wo der Canal du Saviére in die Rhône mündet. Hier wohnen 500 Menschen und den Stadtkern bilden eine Reihe von Häuschen aus dem Mittelalter (16. Jhd.). Außerdem besuchten wir die sich noch in Betrieb befindende Ölmühle. Sie gibt es seit 1868. Gerade wurde Walnussöl produziert; mit relativ einfachen Mitteln und gut nachvollziehbarem und strukturiertem Ablauf für uns. Sehr interessant.
Canal du Saviére

Leider regnete es immer wieder, sodass das Flanieren dem zum Opfer fiel und wir nach dem Besuch einer Pâtisserie den Rückzug antraten. Noch einmal gewaschen waren wir am frühen Abend wieder "zu Hause" und trödelten sowie genossen die Gemütlichkeit und das Seeambiente.




Montag, 30. Mai 2016

Gute Laune vers Schmuddelwetter

30. Mai ■ Genf - Camping Lac du Lit du Roi - Massignieu de Rives (94 km)

Aufwendig und wildromantisch
Wir bauten das Zelt bei leichtem Nieselregen ab und leisteten uns dann noch ein "üppiges" Frühstück von 3 Mini-Tassen hervoragendem Kaffee und 4 Croissants für 2 Personen ;). Satt ist was anderes, aber mehr Geld (12 Franken) wollten wir auch nicht investieren. Dennoch zogen wir zufrieden weiter mit Stefan, den wir schon in Morges das erste Mal trafen.

Frankreich
Anfänglich wähnten wir uns im Urwald. Das erste Drittel der Route führte dann größtenteils bergauf. 
Grau in grau

An einem Bauernhof, bereits in Frankreich, erreichten wir den höchsten Punkt und von da an wird es eigentlich bergab bis zum Mittelmeer gehen (sagt Andi als optimistischer Routenplaner).

Nebel (und Wolkenbruch)...
Unser schwäbischer Radfreund verabschiedete sich nach 20 km von uns, da er einen etwas gemütlicheren Stil (bis Carcassonne) fahren wollte (es ist seine erste Radreise nach vielen Jahren Radabstinenz - Respekt!!).

... ohne Nebel
Von besagtem Bauernhof ging es munter bergab bis wir wieder die Rhône erreichten. Leider verhinderte der Nebel die vollkommene Aussicht, aber auch im grauen Schmuddelwetter hat es uns, einmal bisschen daran gewöhnt, Spaß gemacht. Die Natur wirkt hier noch wild und unverbraucht. Jetzt in der Vorsaison ist wahrscheinlich auch noch nix los und es herrscht die Ruhe, die uns so gut gefällt. Ein weiteres Tourenradler-Pärchen, ebenfalls aus BW, begegnete uns.

Von der Schweizer Mittelland-Route ging es nahtlos in die Via Rhône über. Dieser Radweg wird uns jetzt über 800 km, mal mehr mal weniger ausgebaut, bis zum Mittelmeer führen.

Traumhaft - Im Rhônetal
Nach wirklich sehr schönen Kilometern entlang des Flusses mieteten wir uns für 2 Nächte eine Hütte mit Blick auf den See (die Rhône gestaut) - sehr romantisch. Als Tagesabschluss fuhren wir gemeinsam in den nächsten Supermarkt und kauften erst einmal so richtig nach Herzenslust ein; doch mit einem Hüngerchen im Bauch wird es meist zuviel. Das werden wir spätestens beim Zusammenpacken sehen ;).

Sonntag, 29. Mai 2016

So ein Senf in Genf

29. Mai ■ Morges - Genf / Vernier (70 km)

Eigentlich wollten wir heute schon in Frankreich zelten - laut Navi wären das 92 km gewesen. 

Deshalb klingelte bereits um 6 der Handywecker mit einer aktivierenden Melodie. Die Wetterprognose verhieß allerdings nichts Angenehmes: ab 12 Uhr Mistwetter. So starteten wir schon verhältnismäßig früh gegen 8.30 Uhr. Die Laune könnte besser sein.

Blick über Weinberge auf den Genfer See
Die kürzeste Strecke nach Genf wäre relativ flach gewesen; die ausgeschilderte Radroute vermied jedoch diese Hauptstraßen und nahm stattdessen einige Steigungen in Kauf. Dafür hatten wir immer wieder schöne, wenn auch nebelverhangene Blicke auf den Genfer See.

Kräftemäßig lief alles rund, Sandras Werte waren stabil; aber pünktlich zur Mittagsrast unter einer schützenden, dicken Eiche, vermutlich mehrere 100 Jahre alt, begann das Nasse von oben. 

Skyline von Genf
Wenigstens konnten wir uns noch im trockenen an- bzw. umziehen. Danach war es die gesamte Zeit mehr oder weniger unangenehm.

So durchquerten wir Genf relativ geradlinig, schauten uns aber trotzdem die Verbindung zwischen Genfer See und Rhône an. Und verkürzten unser Vorhaben wegen mangelnder Lust und nasser, kalter Füße. 

Wir landeten auf einem "Campingplatz" der besonderen Art. Schon die Lage, in einem Bau- bzw. Gewerbegebiet am Rande von Genf, machte uns etwas stutzig. Bevor wir uns anmeldeten, hatten wir Gelegenheit den Platz schon mal zu inspizieren. Es war eine Ansammlung von Wohnmobilen aller Couleur auf einem sehr heruntergekommenen Platz, von dem ein erheblicher Teil wegen Unbenutzbarkeit baustellenartig abgesperrt ist. Die dazugehörigen Bewohner, wie wir später erfuhren, mit dauerhaftem Wohnsitz hier, ein etwas bizarres Völkchen. Es scheint als wäre es der Rand der Schweizer Gesellschaft. Auch die Dame der Reception passt in das Bild. Sie war dennoch sehr nett und wunderte sich, dass wir uns hierher "verirrten". 
- Whirlpool - 
 Die Rhône verlässt den Genfer See

Bisher hatten wir ausschließlich die gehobenen Kategorien zu Gesicht bekommen und der Unterschied zu uns ist gefühlt wie Osten und Westen vor 1990. 

Deshalb freuen wir uns nun auf Frankreich.

Den Tag ließen wir bei einem wohlschmeckenden Bierchen und einem längeren Schwatz mit einem Radler aus Stuttgart, den wir heute morgen schon von unserem gestrigen Campingplatz losradeln sahen, ausklingen. Er ist auch auf dem Weg nach Südfrankreich und will seine Schwester in Carcassonne besuchen.

Samstag, 28. Mai 2016

Am Genfer See

28. Mai ■ Yverdon - Morges (60 km)

Der nächtliche Regen bestrafte Andis nachlässigen Zeltaufbau, so dass morgens eine Mischung aus Regenwasser und Waldboden durch unsere Wohnung schwappte. Genial... daneben. 

Bis etwa 9 Uhr lohnte sich Aufstehen aber nicht, da es munter weiter pieselte. 

Gegen 11 waren die klammen Klamotten dann gepackt und wir setzten uns an das Seeufer zum "Früh"stück. Andi war ziemlich gefrustet, Sandi glich dies durch Ruhe wieder aus.

Auf der Abfahrt zum Genfer See - in der Ferne die Alpen
Heute war es etwas hügeliger, aber gut zu bewältigen. Wir sind die Strecke, die wir in den letzten Tagen mit dem Rad fuhren, schon mehrmals auf dem Weg in die französischen oder Schweizer Skigebiete mit dem Auto gefahren - ohne bleibende Erinnerungen. 

Jetzt haben wir zu Orten und Landschaften einen viel besseren Bezug.
Nach einigen Hügeln, toller Flora wie Fauna und immer wieder Blicken auf die Alpen erreichten wir am Nachmittag den Genfer See, wo wir direkt am See auf einer Wiese unser Zelt aufbauten. Sogar die Sonne schien wieder,  sodass wir unsere nassen Sachen in einer Blitzaktion vor dem nahendem Regen trocknen konnten. Das nennt man Timing.

Freitag, 27. Mai 2016

Bonjour

27. Mai ■ Stutz Lattringen - Yverdon (77 km)

Gegen 9 Uhr 30 verließen wir unseren Nobelcampingplatz.

Deutsch-Französisch
Ja, wir sind mit'm Radl da
Anfänglich zog sich unsere Spur am Ufer des Bieler Sees auf flachen und verkehrsarmen Straßen und nahm im weiteren Verlauf den einen oder anderen Hügel mit; auch abseits der Autostraßen zwischen Feld und Wald. Bunt auch in den Farben, da viel blüht und grünt. Einfach schön um die Gedanken schweifen zu lassen.

Estavayer de Lac
Zum Ende des Sees schwenkte die Route nach Südwest Richtung Bern. Von dort sahen wir schon die weißen Gipfel der Alpen im Dunst. Der Abstand zwischen Jura und Alpen wird nach Süden hin immer geringer. 
Gelb-rot-grün-blau

Heute war ein perfekter Radltag, super Strecke mit Ausblick und ideales Wetter ohne Wind. Nochmal genießen, denn für die kommenden Tage sieht es nicht so gut aus.

Später fuhren wir oberhalb des Lac Neuchâtel, hier überquerten wir nun die Sprachgrenze (Bern - Fribourg). Auf abwechslungsreicher Strecke führte die Route entlang des Sees - mal etwas oberhalb, mal am Ufer, mal durch sumpfige Wälder.

Lac Neuchâtel
Der Campingplatz liegt diesmal direkt am Seeufer. Andi nutzte die Gelegenheit für einen Sprung in das kalte Wasser. Sandi genoss lieber die warme Abendsonne. Das Panorama ist herrlich. Unter diesen Eindrücken gab es das Abendbrot in Eigenregie.

Für die hiesigen Plätze greifen wir aus unserer Sicht verhältnismäßig tief in die Taschen. Der heutige ist Spitzenreiter mit 35 Fr. + je 4 Fr. für die Duschmarke. 



Donnerstag, 26. Mai 2016

Grüessech

26. Mai ■ Aarburg - Stutz-Lattringen bei Biel (73 km)

Blick auf die Jura-Berge
Heute folgten wir in der gesamten Zeit der Mittelland-Route, welche entlang der Aare verläuft.

Die morgendlichen Abläufe müssen sich erst wieder einspielen. Wir saßen erst nach 10.30 Uhr auf den Rädern, obwohl wir schon um 7 Uhr munter waren. Der 12-Taschenüberblick ist noch nicht wieder ausgereift und die Handgriffe bedürfen der Übung ;). 

Das Leben ist für Mensch und
Biber nicht ungefährlich
Da heute Feiertag ist, begegneten uns sehr viele Ausflügler und Radler. Ein großer Anteil davon, sind auf E-Bikes unterwegs.

Und schon zum zweiten mal sahen wir Soldaten bei Übungen - bereiten die sich auf den Angriff der Kavallerie vor ;)?

Solothurn...
Mittags kamen wir durch das schmucke Städtchen Solothurn; wir haben hier generell noch nichts mangelhaftes gesehen. Alles ist wirklich 1a und ästhetisch wie funktional eine Augenweide. 
...an der Aare

Eigentlich eine passende Zeit zum Snack. 1 Pizza Margherita kostet hier 14, 50 Franken (ca. 1:1). 

Diese andere Preisliga wollten wir nicht und so holten wir uns ein paar Kleinigkeiten am Imbiss und fanden ein idyllisch gelegenes Plätzchen direkt am Aare - Fluß unweit des Stadtzentrums. 

Am Bieler See
Die Route verläuft wunderbar flach; linkerhand zur französischen Grenze hin sieht man die Bergkette des Jura (etwas mehr als 1000 m hoch). Die Berge der Alpen, speziell des Berner Oberlandes, sieht man von hier nicht.

Unser Zelt steht heute auf einem sehr weitläufigen, gepflegten Campingplatz in Stutz. 

Der Bieler See ist in unmittelbarer Nähe, aber Lust zum Erkunden hatten wir beide keine mehr. Zum Abend gab es eine Mahlzeit aus der Reserve: Spaghetti, verfeinert mit Schweizer-Käse-Tomatensoße.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Route 66 ;)

25. Mai ■ Zürich - Aarburg (87 km)

Hallo Schweiz
Teils bewölkt, teils Sonne, 25°C, geringfügiges Nass -Jacke nicht nötig-  gegen Ende des Tages.
Weil wir alle so lieb waren, wörtliche Aussage des Zugbegleiters ;), kam der Zug sogar überpünktlich um 9 Uhr an. 

Blick auf den Limmat
In den folgenden 2 Stunden schnupperten wir in Zürich. Zunächst radelten wir vom Bahnhof zum Züricher See und zurück. Dabei erklommen wir noch den hiesigen Lindenhof, dessen Areal 25 Hm über der Limmat, dem Züricher Fluss, liegt und von dem wir eine tolle Aussicht hatten. Es ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren ebenso wie die dortigen etwa 4 m hohen Findlinge.

Nach dem spartanischen Frühstück im Zug ließen wir uns von der erstbesten Konditorei verführen. Die Verkäuferin war äußerst freundlich und begeistert von dem, was wir vorhaben und schenkte uns als kleines Willkommen 2 Trüffelpralinen. Eine sehr nette Geste.

Am Zürich-See
Route 66
Das Radwegenetz scheint sehr gut ausgebaut zu sein; trotzdem mussten wir uns dabei erst orientieren. Das gelang im Zuge der Stadterkundung aber ziemlich schnell. Es unterscheidet sich z.B. farblich (gelb) von den Fahrbahnmarkierungen des Autoverkehrs. Allerdings sind die Fußgängerüberwege auch in diesem Gelb gehalten. Und Sandra begegnete dort tatsächlich einem etwas frustrierten Fußgänger, der auf sein Recht zu pochen schien. Blöd, aber glücklicherweise einzige Mal.

Die ersten Unterhaltungen mit den Einheimischen zeigte uns, dass Schweizerdeutsch eine Fremdsprache ist. Die Verständigung klappte dann mit dem Schweizerhochdeutsch, wenn wir darum baten;).

Unser Hotel mit Blick auf die Bahnstrecke
Wir fuhren weiter entlang der Limmat, bis diese in die Aare mündet. Die Aare ist ein Nebenfluss des Rheins; wir folgten ihr flussaufwärts bis Aarburg. Meist fuhren wir auf sehr gut ausgeschilderten und besten Radwegen, die auch zum großen Teil  Wanderwege sind. Viele Leute waren hier unterwegs. Nach der (Fahrrad)Route 66 trafen wir am frühen Nachmittag auf den Nationalen Radweg Nr. 5, dem wir bis zum Genfer See treu bleiben werden.

Der Zeltplatz in ruhiger Lage gepriesen, liegt zwischen einer Hauptverkehrsstraße und einer Zugstrecke. Also ruhig ist anders, jedoch war es abwechslungsreich, die Züge zu beobachten. Der Sachse würde sagen, aller Bubs lang, kam einer.

Dienstag, 24. Mai 2016

Unterwegs mit der Bahn

24. Mai ■ Chemnitz - Zürich (3 km mit dem Rad, den Rest elektrifiziert)

Gegen 19 Uhr starteten wir auf dem fast menschenleeren Chemnitzer Hauptbahnhof, zunächst gen Dresden um dann dort in den CityNightLine umzusteigen. Der überaus freundliche Schaffner hatte sogar Zeit um noch ein wenig mit uns zu schwatzen. 

Dresden empfing uns mit Nebel, doch die Prognosen für die westlichen Gefilde sind bis zum Wochenende für's Rad fahren ideal; Sonne und 20 - 25°C.

Obwohl wir nun schon zum 4. Mal zu einer großen Radreise aufbrechen, ist es doch immer wieder ein eigenartiges Gefühl, allen Komfort hinter sich zu lassen. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen, obwohl wir beide gedanklich noch nicht angekommen sind. Jedoch sind wir sehr froh, uns das ermöglichen zu können. Auf geht's ....

Sonntag, 22. Mai 2016

Alles ist gepackt

22. Mai

Wir haben es geschafft, spät, aber noch rechtzeitig ;-). Die Räder sind gepackt, am Dienstag Abend starten wir.