29. Mai ■ Morges - Genf / Vernier (70 km)
Eigentlich wollten wir heute schon in Frankreich zelten - laut Navi wären das 92 km gewesen.
Deshalb klingelte bereits um 6 der Handywecker mit einer aktivierenden Melodie. Die Wetterprognose verhieß allerdings nichts Angenehmes: ab 12 Uhr Mistwetter. So starteten wir schon verhältnismäßig früh gegen 8.30 Uhr. Die Laune könnte besser sein.
![]() |
| Blick über Weinberge auf den Genfer See |
Die kürzeste Strecke nach Genf wäre relativ flach gewesen; die ausgeschilderte Radroute vermied jedoch diese Hauptstraßen und nahm stattdessen einige Steigungen in Kauf. Dafür hatten wir immer wieder schöne, wenn auch nebelverhangene Blicke auf den Genfer See.
Kräftemäßig lief alles rund, Sandras Werte waren stabil; aber pünktlich zur Mittagsrast unter einer schützenden, dicken Eiche, vermutlich mehrere 100 Jahre alt, begann das Nasse von oben.
![]() |
| Skyline von Genf |
Wenigstens konnten wir uns noch im trockenen an- bzw. umziehen. Danach war es die gesamte Zeit mehr oder weniger unangenehm.
So durchquerten wir Genf relativ geradlinig, schauten uns aber trotzdem die Verbindung zwischen Genfer See und Rhône an. Und verkürzten unser Vorhaben wegen mangelnder Lust und nasser, kalter Füße.
Wir landeten auf einem "Campingplatz" der besonderen Art. Schon die Lage, in einem Bau- bzw. Gewerbegebiet am Rande von Genf, machte uns etwas stutzig. Bevor wir uns anmeldeten, hatten wir Gelegenheit den Platz schon mal zu inspizieren. Es war eine Ansammlung von Wohnmobilen aller Couleur auf einem sehr heruntergekommenen Platz, von dem ein erheblicher Teil wegen Unbenutzbarkeit baustellenartig abgesperrt ist. Die dazugehörigen Bewohner, wie wir später erfuhren, mit dauerhaftem Wohnsitz hier, ein etwas bizarres Völkchen. Es scheint als wäre es der Rand der Schweizer Gesellschaft. Auch die Dame der Reception passt in das Bild. Sie war dennoch sehr nett und wunderte sich, dass wir uns hierher "verirrten".
![]() |
- Whirlpool -
Die Rhône verlässt den Genfer See
|
Bisher hatten wir ausschließlich die gehobenen Kategorien zu Gesicht bekommen und der Unterschied zu uns ist gefühlt wie Osten und Westen vor 1990.
Deshalb freuen wir uns nun auf Frankreich.
Den Tag ließen wir bei einem wohlschmeckenden Bierchen und einem längeren Schwatz mit einem Radler aus Stuttgart, den wir heute morgen schon von unserem gestrigen Campingplatz losradeln sahen, ausklingen. Er ist auch auf dem Weg nach Südfrankreich und will seine Schwester in Carcassonne besuchen.


