Dienstag, 21. Juni 2016

Heimfahrt mit der Bahn

21. Juni ■ Freiburg - Chemnitz  (10 km mit dem Rad, den Rest mit der Bahn)

Freiburg
Über Offenburg, Karlsruhe, Nürnberg und Hof fuhren wir nach Hause.

Unterwegs lernten wir ein nettes Radlerpärchen aus dem Raum Hannover kennen, das mit dem Tandem in der Schweiz unterwegs war.

Ankunft am Chemnitzer Bahnhof
Und mal einen halben Tag im warmen und trockenen Zug zu sitzen, ist nach 4 Wochen Radsattel auch ein Genuss ; -).

Nach 1727 Kilometern auf dem Drahtesel endet nun unsere Tour.


Hier geht's weiter.

Montag, 20. Juni 2016

Der (vorläufig) letzte Tag auf dem Rad

20. Juni ■ Guebwiller - Freiburg  (70 km)

Vogesen
Beim Radtourenfahren erlebten wir Tage, an denen wir uns fragten; v.a. Andi, warum machen wir das und Tage, an denen wir schließlich eine Antwort erhielten. Heute war bspw. ein Tag der zweiten Kategorie. Alles passte - die Strecke, das Wetter und auch die Stimmung oder war das die Folge?
Jedenfalls war es ein idealer Abschluss der Tour.

200 Meter nach dem Start meldete sich wieder Sandras Hinterreifen. Heute waren wir zu faul zum flicken und pumpten ihn auf. Es hielt die ersten 55 km recht gut; die letzten Kilometer musste nochmal gepumpt werden - zum Glück ist es ein Autoventil.

Die Hauptfahrtrichtung war heute Osten - wir durchquerten die oberrheinische Tiefebene zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald. In Frankreich fanden wir verkehrsarme und fast kurvenlose Straßen. Andi fühlte sich fast wie in Finnland und war hochzufrieden. Vielleicht fahren wir nächsten Jahr wieder nach Skandinavien? Der Wunsch hierzu ist jedenfalls groß ;).
Kurz vor der Grenze besuchten wir zum Abschluss noch einmal eine Pâtisserie... Mmh, lecker.

Abschied vom Land der Genießer
Dort trafen wir einen total entspannten Tourer aus Australien, der noch bis September durch Europa fahren möchte. Genaue Pläne hatte er keine, aber irgendwie über die Berge von Österreich in die Slowakei. Locker flockig ... andere Tourer grüßten diesmal kaum und suchten eben mal keinen Kontakt.

Für ca. 10 km folgten wir dem Hochwasser führenden Rhein nach Norden. Der Fluss ist hier zweigeteilt - der schmale alte Rhein, der die Staatsgrenze bildet und der breitere und kanalisierte Teil mit Wasserkraftwerken auf französischem Gebiet.

Der alte Rhein
Auf hervorragenden Radwegen fuhren wir schließlich in's wunderschöne Freiburg im Breisgau.

Schönes Deutschland
Der weitere Plan war noch nicht ausgegoren; wir wussten nur: am 24./ 25.6. wollen wir zu Hause sein. Vielleicht über Prag oder an einem anderen Flussradweg die letzten 2 Tage verbringen. Sandra gab Andi für die endgültige Entscheidung anhand der DB- Verbindungen grünes Licht. Da wieder regnerisches Wetter und danach die Hitze kommt, beschloss Andi am Fahrkartenschalter spontan, das Ticket nach Chemnitz zu buchen. Sich mit diesem abrupten Ende anzufreunden; dafür brauchte Sandra eine Weile. Denn so war es nicht abgesprochen. Andererseits wie sagt das Sprichwort: Höre auf, wenn es am schönsten ist. Und für Andi ist es auch gut, wenn er noch 1-2 Tage Zeit bis zum Sprung in sein Büro hat.

Der Abend klang gemütlich in einer schönen Gaststätte am Waldsee aus. Die sehr freundliche "Kellnerin" war eine junge Frau, die aus Erfurt stammt und hier in Freiburg studiert.

Die ersten Regentropfen fielen als wir gerade unsere Zeltbetten belegten. Wie romantisch.

Sonntag, 19. Juni 2016

Im Elsass

19. Juni ■ Belfort - Guebwiller (88 km)

Vogesen 
Auch heute früh war es wieder recht nass und nicht besonders warm, so dass wir keine Lust zum aufstehen hatten. Sind wir aber trotzdem ;).

Wir wollen uns jetzt langsam einem deutschen Bahnhof nähern. Die direkte Linie hätte allerdings in einer Bergetappe durch die Vogesen geführt, was wir nicht wollten.

Wunderschöne kleine Straßen
Deshalb fuhren wir zunächst nach Süden bis zum Rhin-Rhône-Canal. Wechselhaftes (April)Wetter war unser ständiger Begleiter und die Regenjacken waren heute nicht zu warm.

Hier im französischen "Norden" sind die Radwege viel besser ausgebaut als im Süden. Fast jede Straße hat einen Seitenstreifen oder sogar einen Radweg. Auch wirkt alles gepflegter. Das gefällt uns besser als im Süden. Es ist wahrscheinlich schon mehr dem deutschen Sinn von "Ordnung" angepasst; hier im Elsass sowieso.

Nach 30 Kilometern entlang des Kanals und bekanntem Gebiet kamen wir in Mulhouse an, vorbei auch am Campingplatz, auf dem wir im letzten Jahr unsere erste Nacht im schönen Frankreich verbrachten. War das gestern?

Rast im Dörfchen Retzwiller
Wo sind wir?
In Frankreich; ganz klar ;)
In einer Pâtisserie in Mulhouse gab es Café au Lait und Tarte aux fruits für Sandra und Andi bevorzugte Mandelkuchen. Auch konnten wir etwas trocknen. Frisch gestärkt und schon das Abendbrot in der Tasche steuerten wir einen Campingplatz nördlich von Mulhouse an, der leider keiner war. Weitere 12 km Richtung Nordwesten folgten. Schließlich kamen wir auf einem wunderschönen Platz am Fuße der Vogesen an. Auch hier gab es einen sehr freundlichen  Empfang und 1a - Qualität für preiswerte 9 €. 
Vogesen 
zur Abwechslung mal von der anderen Seite fotografiert

Von hier könnte man sicher auch sehr schöne Wanderungen im die Berge unternehmen.
 

Samstag, 18. Juni 2016

Stippvisite in Paris

18. Juni ■ Paris (Rundfahrt 27 km) - Belfort (Zug)

Die schönste Basilika der Welt? 
Notre Dame
Wir hatten 6 Stunden Zeit in Paris. Beide waren wir zum allerersten Mal hier.

Unser erster Eindruck: eine gewaltige und fahrradfreundliche Stadt, Sehenswürdigkeiten en masse und viele Besucher aus aller Welt.

Die Extreme; Reichtum (noble Häuser, dicke Autos ...) und Armut (Bettler und Obdachlose, die bspw. auf dem Luftschacht mitten auf dem Bürgersteig schlafen) liegen hier dicht beieinander.
 Kunst und Technik
Nobelviertel an der Seine
In den Hausfluren sieht es 
aus wie in einem 
Schloss (Marmor, Spiegel ...)
La Tour Eiffel 

Mit dem Rad kamen wir recht gut voran. Es gibt viele Fahrradspuren oder kombinierte Rad/Busspuren. Die allgemeine Fahrweise ist sehr straff und rote Ampeln nimmt niemand ernst; auch die Polizei nicht ;).

Leider war der Park um den Eiffelturm herum wegen des heutigen Public-Viewing zur Fußball-EM gesperrt.

Mittags gab es noch zum Abschluss Leckeres aus der Pâtisserie.

Arc de Triomphe ...
und viel Verkehr
Auf dem Weg zum Bahnhof waren wir abseits von der unmittelbaren Innenstadt und fanden das Flair dort nicht so touristisch, sondern eher einheimisch, aktiv pulsierend - das gefiel uns beiden richtig gut.

Und schließlich fuhren wir von Paris-Oest 13.15 Uhr im 1. Klasse-Abteil bequem weiter. Unser 2. Klasse gebuchter Wagen fehlte einfach; wir waren deshalb nicht böse ;).

Diese wenigen Eindrücke haben sich gelohnt und sollten auf jeden Fall nochmal vertieft werden.
Nach 4 Stunden und pünktlich stiegen wir in Belfort aus dem Zug und der Abend klang entspannt auf einem sauberen und angenehmen Campingplatz aus.


Freitag, 17. Juni 2016

Toulouse

17. Juni ■  Avignonent-Lauragais - Toulouse  (68 km)

Aalglatt
Beim Packen des Zeltes früh gegen 7 merken wir nicht, dass wir im Süden sind. Die Temperaturen gehen gerade so; liegen wohl noch bei 10°C. Und das Zelt ist seit langem wieder mal so richtig feucht. Da der Himmel noch bedeckt ist, müssen wir es heute genauso einpacken. Ihhh ...

Heute lebten wir zum Frühstück mal wieder von unseren Reserven, da wir hier mitten im Nichts und Nirgendwo sind. Also gab es kraftspendenden Haferbrei mit Milchpulver, der noch dazu warm war. Sandra schmeckt es, Andi hebt die Zähne und isst ihn trotzdem.

Die Pont Neuf in Toulouse
Gegen 9 Uhr sind wir schon startklar und die Kilometer flutschen nur so durch die Reifen. Es herrschen ideale Bedingungen; Weg, Wetter und Wind stimmen. Unser Ziel Toulouse ist nur noch 50 km entfernt.

So waren wir zur Mittagszeit schon vor den Toren der Stadt ...
Buntes Treiben in der
Altstadt

Kurz vor Ende des Kanalweges kamen wir am Bahnhof-Matabiu vorbei, wo Andi unsere schon vorrecherchierte Rückfahrt buchte. Wir rechneten durch die vorangegangenen Streiks bzw. auch Fahrradmitnahme mit mehr Problemen. Doch es klappte sofort ohne Schwierigkeiten; alle arbeiten wieder und die Intercity-Züge nehmen Räder mit und so fahren wir heute Nacht nach Paris, morgen Mittag weiter nach Belfort im Elsass.

Sandra beobachtete einstweilen das geschäftige Treiben vor dem Bahnhof; vom eiligen Geschäftsreisenden, über die Taxi fahrende Großfamilie mit entsprechendem Gepäck sowie die asiatischen Fußballanhänger, die sich als Schweden-Fans präsentierten und auch bewachendes, schwer bewaffnetes Militär.

Toulouse ist eine wunderschöne und  lebendige Stadt. Heute feierten die Fußballfans lautstark und friedlich. Die Schweden lauter als die Italiener, obwohl sie verloren hatten.
Fußballfans

Hier, wie auch in Lyon sahen wir eingezäunte Wohnviertel, die nur durch ein bewachtes Tor betreten werden dürfen.

Gegen 21.45 Uhr am Bahnhof, wurden hier sämtliche Passagiere kontrolliert - ähnlich wie am Flughafen. Es ist offenbar Angst vor Terrorismus. Uns winkte man allerdings ohne Prüfung und bevorzugt durch; wir sahen wohl nicht danach aus und angesichts des Gepäcks ließen man es lieber sein.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Midi-Pyrenées

16. Juni ■ Carcassonne - Avignonent-Lauragais (73 km)

Castelnaudary 
(im Vordergrund der angestaute Canal)
-Grand Bassin-
Bei der Übergabe unserer Hütte um 8 Uhr  wurde sogar das Besteck durchgezählt. Eine solch strenge Kontrolle haben wir bisher noch nicht erlebt. Aber es wird schon seinen Grund haben. 

Nach dem Frühstück im Camping-Restaurant kehrten wir bei angenehmen Radelwetter wieder auf den Kanalweg zurück. Hier ist er nicht sonderlich gut befahrbar ist; oft schmal und mit dicken Spurrillen. Er eignet sich mehr als Wanderweg als ein Radweg zu sein.
Schleusentreppe

So "hoppelten" wir den ganzen Tag am Kanal entlang.

Nach dem Mittag erreichten wir seine höchste Stelle - zuerst die Mittelmeer-Schleuse (aufwärts) und nach einigen Kilometern die Atlantik-Schleuse (abwärts).

Wärterhäuschen
Mittelmeer-Schleuse
Sobald wir die Grenze zur Region Midi-Pyrenées passierten, wurde das Fahrgefühl schlagartig besser. Offenbar hat man hier mehr Interesse am Radtourismus.

Auf einem kleinem, einfachen Campingplatz mit schöner grüner Wiese fanden wir heute eine sehr preiswertes Domizil. 

Ein kräftiger Regenguss verscheuchte uns beizeiten in das dann gemütliche Zelt.
  

Mittwoch, 15. Juni 2016

Carcassonne

15. Juni ■ Carcassonne

 Grandiose Festung...
Heute war nun der Bummel durch die mittelalterliche Stadt angesagt - zuerst durch die Cité, dann durch die Altstadt.

mit Türmen und Gängen ...
Die Cité ist eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Festung, saniert im 19. Jahrhundert.

Natürlich waren wir heute nicht die einzigen dort; 3 Millionen aus aller Welt weilen hier in jedem Jahr. Zum Glück ist noch keine Hauptsaison.  Auf jeden Fall ist sie einen ausgiebigen Besuch wert. Im Prinzip ist es eine mittelalterliche Stadt umgeben von 2 Festungsmauern mit 52 Türmen. Alles ist sehr liebevoll saniert, aber zur Zeit ist ein Teil des Geländes leider nicht begehbar.

sowie buntem Treiben ...
Nachmittags schlenderten wir noch in die Altstadt mit ihren engen Gassen. Sie verlaufen alle rechtwinklig und von oben sieht es aus wie ein Schachbrett. Das hat einen ganz besonderen Reiz.

 in den Gassen der Cité
Ziemlich fußlahm kamen wir zurück und ließen den Abend mit hochgelegten Beinen und Wein ausklingen. 


Zwischen den beiden Mauern der Cité  
In den Gassen der Altstadt